Fachbeitrag · BFT International 05/2026
Einbauteile neu gedacht:
Vom Wohnbau bis zum Industriebau
Erfahrungen aus Garching und dem MLP Berlin Spreenhagen
Veröffentlicht
Ausgabe BFT International 05/2026
Rubrik EDP · Project Report
Einbauteile sind ein integraler Bestandteil der Ausführungsplanung und werden in der Praxis bereits mit dem Plan geliefert. Die Herausforderung liegt jedoch darin, dass sie bislang keiner einheitlichen Systematik aus Parametern und normbasierten Attributen folgen. Dadurch entstehen uneinheitliche Datenstrukturen, die eine durchgängige Auswertung und Vergleichbarkeit erheblich erschweren. Zwei Projekte aus dem Wohn- und Industriebau zeigen, welche Rolle eine systematisierte Integration für Planung und Ausführung spielt.
Einbauteile im BIM-Prozess – eine unterschätzte Herausforderung
Die Herausforderung liegt in der Praxis weniger in der geometrischen Abbildung der Einbauteile als vielmehr in deren konsistenter Integration in den Planungsprozess. Häufig entstehen Einbauteile außerhalb des eigentlichen BIM-Modells – etwa in Form externer Bibliotheken, herstellerspezifischer Datensätze oder manuell ergänzter Informationen. Daraus resultieren unterschiedliche Datenstrukturen, eine fehlende Durchgängigkeit sowie ein erhöhter Abstimmungsaufwand zwischen Planung, Arbeitsvorbereitung und Ausführung.
An genau dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob ein digitales Modell lediglich der Visualisierung dient oder als belastbare Grundlage für den Bauprozess fungiert.
„Einbauteile sind kein Detail, sondern ein eigenständiges System innerhalb des digitalen Bauwerksmodells.“
Referenzprojekt Garching (Wohnbau)
Wohnbau · Tiefgarage
Anlage Garching mit Tiefgarage
Bauherr: BHB Projektgesellschaft · BIM-Modell: Muckingenieure innovative Tragwerksplanung GmbH
- Rund 7.000 Einbauteile im BIM-Modell
- Über 5.000 Dübelleisten
- Rund 250 Querkraftdorne
- Etwa 8 km Fugenbleche
- Mehr als 30 unterschiedliche Einbauteiltypen
Im Wohnbauprojekt in Garching zeigt sich die Relevanz einer strukturierten Planung bereits bei rund 7.000 Einbauteilen deutlich. Zum Einsatz kamen Einbauteile des Systems Supparts von Suppgrade. Die Größenordnungen verdeutlichen die Komplexität: Entscheidend ist dabei nicht allein die Anzahl, sondern die Kombination aus hohen Stückzahlen einzelner Bauteilgruppen und einer gleichzeitig großen Variantenvielfalt.
Das Modell umfasst mehr als 30 unterschiedliche Einbauteiltypen, während einzelne Gruppen jeweils mehrere tausend Einheiten erreichen. Diese Überlagerung von Masse und Diversität macht Einbauteile zu einem eigenständigen Planungssystem innerhalb des Gesamtmodells.
Referenzprojekt MLP Berlin Spreenhagen (Industriebau)
Industriebau · Multi-User-Park
MLP Berlin Spreenhagen
Bauherr: MLP Group S.A. · Entwickelt mit LIST · Brandenburger Spreenhagen
- Ca. 39.000 m² Multi-User-Park
- Über 20.000 Einbauteile im Modell
- Nutzungsbereiche: Produktion, Logistik, (Online-)Handel
- Projektspezifische Sonderlösungen integriert
- Verschiedene Einbauteile aus unterschiedlichen Quellen zentral erfasst
Im Industriebauprojekt der MLP Group S.A. in Spreenhagen verstärkt sich diese Entwicklung nochmals deutlich. Mit über 20.000 Einbauteilen erreicht das Projekt eine Dimension, bei der konventionelle Planungsansätze an ihre Grenzen stoßen. Die Herausforderung ergibt sich dabei weniger aus der reinen Menge als aus der Vielzahl unterschiedlicher Typen, Varianten und projektspezifischer Sonderlösungen.
>20.000
Einbauteile Spreenhagen
~7.000
Einbauteile Garching
39.000
m² Nutzfläche MLP
95%
Supparts direkt in Allplan
Eine vollständige Abbildung sämtlicher Einbauteile über ein einziges System ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht immer realistisch. Entscheidend ist vielmehr ein durchgängiger Ansatz, der unterschiedliche Quellen zusammenführt. Im MLP Berlin Spreenhagen können auch projektspezifisch definierte Einbauteile gemeinsam mit Supparts strukturiert erfasst und ausgewertet werden. Damit wird deutlich: Nicht die Herkunft der Daten ist ausschlaggebend, sondern ihre konsistente Verknüpfung im Modell.
Vom Bauteil zum Informationsträger
Parametrisierte Einbauteile wie Supparts verknüpfen geometrische Eigenschaften mit strukturierten Informationen für Planung, Auswertung und Bestellung. Damit werden Einbauteile zu funktionalen Elementen innerhalb des digitalen Modells, die über ihre reine Lage im Bauwerk hinaus prozessrelevante Daten bereitstellen.
Neben der geometrischen Abbildung stellen die Einbauteile strukturierte Daten bereit, die in unterschiedlichen Projektphasen genutzt werden können. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zwischen Planung, Arbeitsvorbereitung und Ausführung, wobei das Modell als zentrale Informationsbasis dient. Einbauteile werden so von einem potenziellen Unsicherheitsfaktor zu einem stabilen Bestandteil des digitalen Prozesses.
Auswirkungen auf die Praxis
Beide Projekte zeigen übereinstimmend, dass der Fortschritt weniger im einzelnen Bauteil als im Umgang mit den zugehörigen Informationen liegt. Einbauteile entwickeln sich vom untergeordneten Detail zum integralen Bestandteil des digitalen Bauwerksmodells. In der praktischen Umsetzung führt dies zu einer Reduzierung von Rückfragen, klareren Zuständigkeiten und einer insgesamt höheren Prozesssicherheit.
Fazit: Vom Detail zum System
Fazit
Das Wohnbauprojekt in Garching und der MLP Berlin Spreenhagen verdeutlichen, dass die technologischen Voraussetzungen für eine durchgängige Integration von Einbauteilen bereits vorhanden sind. Entscheidend ist deren konsequente Anwendung im Planungs- und Ausführungsprozess. Einbauteile werden damit zunehmend zu einem selbstverständlichen Bestandteil des digitalen Bauwerksmodells.
Ein Großteil der verfügbaren Supparts ist derzeit ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Rund 95 % der Elemente sind direkt im Allplan-Umfeld verfügbar; weitere Integrationen in andere Systeme sind angekündigt. Einbauteile werden damit zum selbstverständlichen Bestandteil des digitalen Bauwerks.
Supparts kennenlernen und kostenlos im Allplan-Umfeld nutzen
www.suppgra.de →
Kontakt
Suppgrade Pöppl GmbH · Benno-Meier-Str. 3 · 92345 Dietfurt/Germany
+49 8464 / 2469946 · info@suppgra.de · www.suppgra.de
Originalbeitrag erschienen in: BFT International, Ausgabe 05/2026 · Rubrik EDP → Project Report · Seiten 58–61
